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„voll politisch“ (slpb & Filmfest Dresden)

Wie sähe eine Welt ohne Tiere aus? Kann man das europäische Schnengen-Abkommen als spannendes Computerspiel inszenieren? Wie gehen wir um mit dem, „was man halt aus Sachsen so mitkriegt“? Und zu wessen Geschäftsbedingungen verdient man eigentlich Geld? Wo endet das Warten und wo beginnt das Vergessen-worden-sein? Achja, den Schluss – den muss sich jede:r selbst aussuchen.


Mit dem Filmpreis „voll politisch“ hat die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung (slpb) im Rahmen des 33. Filmfestes Dresden 2021 erstmals einen Film honoriert, der sich kreativ, kontrovers und kritisch mit seinem Sujet auseinandersetzt, dabei den Perspektivwechsel wagt und eine neue Sicht auf ein politisches Thema ermöglicht. Dieses Programm enthält alle sechs nominierten Filme.

Gesamtlaufzeit ca. 61 min.
Kosten für eine Vorführung: 95 € zzgl. 5 € Versand.

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Das Bild zeigt eine Szene aus dem Kurzfilm

Obervogelgesang

Regie: Ferdinand Ehrhardt & Elias Weinberger | Animation | 6:22 min | Deutschland | 2020

Eine Jugendliche wird mit einer frischen rechtsextremistischen Schmiererei in der S-Bahn und einer von ihr zuvor verdrängten Fratze ihrer Heimat konfrontiert.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Kurzfilm

Play Schengen

Regie: Gunhild Enger | Fiktion | 14:50 min | Norwegen | 2020

Zwei Spieledesigner entwickeln ein Videospiel, das Kindern die Regeln des europäischen Schengen-Abkommens nahe bringen soll. Im Spiel soll man einen Vogel über die europäischen Grenzen hinweg navigieren und Punkte für ein Visum sammeln, um damit reisen zu können. Am Ende müssen die Entwickler und ihr Auftraggeber sich eingestehen: Der Vogel fliegt nicht mehr!

Das Bild zeigt eine Szene aus

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen

Regie: Amelie Befeldt | Dokumentation | 20:15 min | Deutschland | 2020

Bauer Fritz verabscheut Veränderungen und führt seinen kleinen Betrieb weiter wie gehabt – Dumpingpreisen, Dürreperioden und der Digitalisierung zum Trotz. Seine Tochter Amelie, eine junge Filmemacherin, will ihm helfen, den Hof zu halten. Mit dem Online-Verkauf von Stock- Footage-Videoclips des bäuerlichen Alltags will sie ein zweites Standbein aufbauen und holt dafür Vater, Bruder und Schwägerin vor die Kamera. Die Produktion läuft überraschend gut an, man versteht sich als Erzeugergemeinschaft und alle machen mit. Bis der Familie schließlich klar wird: auch in der digitalen Welt verkauft man zu den Geschäftsbedingungen anderer.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Kurzfilm

Mex and the Animals

Regie: Elisa Gleize | Animation | 8:37 min | Kanada | 2020

Wie wächst ein Mensch ohne Tiere auf? Erzählt wird die Geschichte des melancholischen Cyborgs Mex, der durch virtuelle Räume streift, auf der Suche nach Abbildern verschiedener Tiere. Doch diese Kreaturen sind nichts als grobe Rekonstruktionen derer, die längst ausgestorben sind.

Dieses Bild zeigt eine Szene aus dem Film

On the other Side

Regie: Tarek Shayne Tabet | Fiktion | 6:45 min | Deutschland | 2020

Es ist Nacht. Zwei junge Männer warten in einem Flüchtlingslager an der europäischen Küste. Einer der beiden trägt eine Streichholzschachtel mit sich, sie ist ihre einzige Lichtquelle. Mit jedem Streichholz, das er versucht zu zünden, verstehen wir, dass sie gestrandet sind und darauf warten, abgeholt zu werden. Sind sie vergessen worden?

Dieses Bild zeigt eine Szene aus dem Kurzfilm

Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert

Regie: Anne Isensee | Animation | 4:37 min | Deutschland | 2020

Dieser Film beginnt mit einem langen Titel und sucht dann recht zügig nach einem guten Ende. Dazwischen kommt einem Einiges bekannt vor. Dabei nimmt er die Welt und ihre Bewohner*innen ziemlich ernst – auf die humorvolle Art. Ein animiertes Lehrstück in schwarz weiß.