Sorbischer Filmabend im Rahmen des 38. Filmfest Dresden am 15. April, von 16 bis 18 Uhr im Clubkino im Lingnerschloss. Anmeldung bitte per E-Mail.

Das sorbische Filmschaffen hat in Deutschland eine lange Tradition. Seit über hundert Jahren werden Filme von und über Sorb*innen produziert. Nahezu alle Gattungen sind vertreten, den größten Teil machen Kurzfilme aus. Wenngleich die thematische wie auch gestalterische Vielfalt groß ist, so ist die sorbische Filmkultur doch bisher nahezu unsichtbar.

Um den sorbischen Film in den Fokus der Filmbranche zu rücken, laden der Filmverband Sachsen, das Sorbisch-Deutsche Filmnetzwerk ŁUŽYCAFILM und die Stiftung für das sorbische Volk im Rahmen des 38. Filmfest Dresden zum Filmprogramm »Wiźeś.Sichtbar.Widźomne« in das Clubkino im Lingnerschloss ein. Mit Animation, Musikvideo und Kurzspielfilmen aus der sorbischen Lausitz bietet die Veranstaltung eine spannende Mischung verschiedener Formate und Perspektiven.

Eintritt und Anmeldung

Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung per Mail an Mirjam Mager.

Im Anschluss findet der Empfang des Filmverbandes Sachsen im Sternensaal statt. Alle Gäste sind herzlich eingeladen, bei leckeren Kaltgetränken gemeinsam ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.

Filmprogramm

Toś ta lubosć / Diese Liebe
Regie: Katja Hrjehorjec

„Toś ta lubosć“ handelt, wie der Titel schon verrät, von der großen, kleinen Liebe. Während Jacke Schwarz im Lied eine Liebe besingt, die „alles immer verträgt, ohne sich in das eigene Spiegelbild zu verlieben“, feiert das Musikvideo diejenigen, die uns täglich Halt geben. Nicht die große Romanze, nicht der Prinz auf dem weißen Pferd, sondern die, die wir auch nicht mehr loswerden: unsere Geschwister. Und sind unsere Freund*innen nicht auch genau das – Geschwister? Wilde Hühner goes Łužica – Das Musikvideo von“ Toś ta lubosć“ ist eine Liebeserklärung an Schwesternschaft.

Sonnenkönigin
Regie: Oskar Gaston Koller

Der Kurzfilm der Filmuniversität Babelsberg erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die zur Repräsentantin eines ländlichen Klimawandelprojekts wird. Zwar wird sie vom Bürgermeister unterstützt, doch ihr schlägt auch heftiger Widerstand entgegen. Als Karsten, ihr schärfster Widersacher, sie während eines traditionellen Dorffestes öffentlich angeht, droht die Situation zu eskalieren. Lionel, der eine heimliche Liebesbeziehung mit Johanna führt, traut sich nicht, für sie einzustehen. Johanna ahnt, dass sie für ihren Aktivismus einen hohen Preis zahlen muss.

Kito, Maja a potajna křinja: Wo připołdnicy kiž chcyše stawizničku słyšeć /Kito, Maja und die Kugelkiste: Von der Mittagsfrau, die eine Geschichte hören wollte
Regie: Eliza Płocieniak-Alvarez

Hanka (Kito) vergisst, in der Mittagshitze eine Pause zu machen und gerät in Gefahr, von der Mittagsfrau (Maja) bestraft zu werden. Um sich zu retten, muss sie die Mittagsfrau ablenken, sonst droht ihr ein Sonnenbrand. Wird sie es schaffen, die Mittagsfrau für eine ganze Stunde zu unterhalten?

Z njebjes wyšin / Vom Himmel hoch
Regie: Angela Schuster

Ein Mädchen erlebt den Zauber der Vorweihnachtszeit: Weihnachtsstollen, Heimlichkeiten und das Warten auf das Bože dźěćatko, das sorbische Christkind. Doch plötzlich sind da Zweifel. Kommt das Bože dźěćatko wirklich aus dem Himmel auf die Erde herab, um den Menschen Segen zu bringen? Der Stummfilm mit sorbischen und deutschen Schrifttafeln, umrahmt von traditionellen Blaudruckornamenten und Musikbegleitung auf der Kinoorgel erzählt eine berührende Geschichte aus der Lausitz zur Zeit der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts.