Wenn Kamerakonzepte an ihre Grenzen stoßen und die spontane Bildhaltung beginnt: Der dreitägige Intensivworkshop »Gefühlte Bildfindungsprozesse« mit Johannes Praus vom 20. bis 22. November 2026 widmet sich den ungeplanten Facetten der Kinematografie im Spiel- und Dokumentarfilm.

Was passiert mit dem Bild, wenn ein Vorhaben eine andere Entwicklung als geplant nimmt? Wie können Filmschaffende in unvorhergesehenen Situationen eine eigene Haltung entwickeln und auf ihre Wahrnehmung und Intuition vertrauen?

Gemeinsam untersuchen die Teilnehmer*innen, wie aus der unmittelbaren Wahrnehmung einer Situation eine innere Haltung und schließlich eine filmische Entscheidung entstehen kann. Dabei geht es um die Beziehung zwischen Figur, Körper und Kinematograf*in ebenso wie um die Frage, wie sich eine eigene Bildhaltung entwickeln lässt. Durch praktische Übungen und gemeinsame Auseinandersetzungen entstehen Freiräume, um gewohnte Arbeitsweisen zu hinterfragen und neue Zugänge zur Bildfindung zu erproben.

Inhalt & Schwerpunkte

Ungeplante Facetten der Kinematografie: Bildfindungsprozesse jenseits des geplanten Vorhabens und der Umgang mit Situationen, die eine andere Entwicklung nehmen als erwartet.

Bildhaltung: Entwicklung einer eigenen inneren Haltung und Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und Position als erste*r Zuschauer*in einer Szenerie.

Figurenorientiertes Arbeiten: Die Auseinandersetzung mit der Figur und die Entwicklung von Wirkungsräumen.

Körpersprache und Bildsprache: Die Wechselwirkung von Körpersprache und filmischer Bildgestaltung.

Positionierung im Sujet: Wie positioniere ich mich als Kinematograf*in gegenüber dem, was ich filme?

Zielgruppe

Der Workshop richtet sich an Filmschaffende, insbesondere aus den Bereichen Regie, Kamera und Schauspiel, die ihre eigene künstlerische Haltung weiterentwickeln und neue Zugänge zu Bildfindungsprozessen erproben möchten. Vorausgesetzt werden praktische Erfahrungen in Filmprojekten, die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit sowie Offenheit, sich auf praktische Übungen, gemeinsame Reflexion und unterschiedliche künstlerische Perspektiven einzulassen.

Teilnahme & Kosten

Die Teilnahme am Workshop kostet 200 Euro (inkl. Übernachtung im Mehrbettzimmer). Ermäßigungen gibt es für Mitglieder des Filmverband Sachsen (120 Euro) und Studierende (100 Euro).

Interessierte können sich bis zum 31. Oktober 2026 per E-Mail mit einer kurzen Vita und einem Satz zu ihrer Motivation unter m.mager@filmverband-sachsen.de für den Workshop bewerben.

Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.

Über den Dozenten

Johannes Praus ist Kinematograf und Fotograf und arbeitet im Dokumentar- und Spielfilm. Seine Arbeiten zeichnen sich durch einen einfühlsamen und introspektiven visuellen Stil aus. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Annäherung an menschliches Sein und eine humanistische, figurenorientierte Bildfindung.

Praus studierte Kamera an der Hochschule für Film & Fernsehen »Konrad Wolf« in Potsdam-Babelsberg und war anschließend Meisterschüler Kinematografie bei Prof. Peter Badel an der Filmuniversität Babelsberg. Seine filmischen Arbeiten wurden unter anderem mit dem Grimme-Preis, dem Bayerischen Filmpreis und dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet, sowie für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Neben seiner Arbeit als Kinematograf und Fotograf ist Johannes Praus seit 2019 als freier Dozent tätig.