TACHELES – Kurzfilmprogramm zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026

2026 firmiert unter dem Namen Tacheles als das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026. Anlässlich des Themenjahres hat der Filmverband Sachsen ein eigenes Programm zusammengestellt, das unterschiedliche filmische Perspektiven auf jüdisches Leben, jüdische Geschichte und jüdische Gegenwart auslotet. Es kann für Veranstaltungen im Rahmen des Themenjahres, aber auch unabhängig davon gebucht werden. 

 

In rund 65 Minuten entfalten die ausgewählten Filme persönliche, künstlerische und gesellschaftliche Annäherungen an Fragen von Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit. Zwischen animierten Bildern, dokumentarischen Momenten und pointiertem Spielfilm erzählen sie von den Nachwirkungen der Schoa, von familiären und inneren Konflikten über Generationen hinweg sowie vom Spannungsfeld zwischen individueller Erfahrung und kollektiver Geschichte. Dabei stehen nicht historische Zuschreibungen oder festgelegte Narrative im Vordergrund, sondern subjektive Perspektiven, emotionale Zustände und alltägliche Situationen, die jüdisches Leben in seiner Vielfalt sichtbar machen. Das Programm bewegt sich bewusst zwischen Ernst und Ironie, Abstraktion und konkreter Lebenswirklichkeit und lädt dazu ein, jenseits von Klischees zuzuhören, hinzusehen und ins Gespräch zu kommen. Es versteht sich damit als filmische Einladung, jüdische Kultur nicht nur als historischen Bezugspunkt, sondern als lebendige, gegenwärtige und vielstimmige Realität wahrzunehmen.

Übersicht

Gesamtlaufzeit ca. 65 min.

Kosten für eine Vorführung: 95 € zzgl. 5 € Versand.

Filmprogramm als PDF (demnächst)

Wir sind wieder da

Regie: Shirel Peleg | 8 min | Spielfilm | Deutschland | 2018

Die neue Generation muss mit der Vergangenheit der alten und aussterbenden Generation umzugehen lernen, während sie versucht voranzuschreiten. »Wir sind wieder da« erzählt einen Moment aus dem Leben einer neuen Generation von Juden im jetzigen Deutschland.

Compartments

Regie: Daniella Koffler und Uli Seiss | 15 min | Animationsfilm | Deutschland | 2017

»Compartments« erzählt die fiktive, aber von tatsächlichen Erfahrungen inspirierte Geschichte von Netta, einer jungen Frau aus Israel, die auswandern möchte – ausgerechnet nach Berlin. Ihr Vater, Sohn von Holocaust-Überlebenden, ist entsetzt. Hin- und hergerissen zwischen quälenden Erinnerungen und den Schatten der Vergangenheit, gefangen in kollektiven Erinnerungen, die sich über Jahre eingeprägt haben, kämpfen Netta und ihr Vater darum, ihre einst enge Beziehung zu retten. Was beide bewegt, bewahren sie in Erinnerungskästen auf.

Wie so ein lästiger Regen schweigen kann

Regie: Jakob Werner | 5 min | Animationsfilm | Deutschland | 2021

Als Otto Dov Kulka mit 11 Jahren den Todesmarsch von Auschwitz nach Groß-Rosen antreten musste, sieht er einen Häftling, der mit einem gebrochenem Bein auf Befehl des Angeklagten Baretzki liegen gelassen und wahrscheinlich erschossen wird. Anders als dieser Unbekannte Häftling, schaffte es Kulka auf unwahrscheinliche Weise dem Tod zu entkommen.

Feels Forever

Regie: Ariel Elbert, Maximiliam Neudec | 7 min | Animationsfilm | Deutschland 2024

Immerfort dreht sich das Rad aus Zusammenkunft und Loslösung der dargestellten, recht abstrakt gehaltenen Figuren. Ein Mann gesellt sich zu einer einsamen Frau, doch aus der hergestellten Beziehungsbalance wird schon bald das Ungleichgewicht einer Ménage à Trois, woraufhin weitere Figuren folgen und in immer neuen, geometrischen Aufstellungen ihre Muster und Geflechte bilden. Die Anordnungen hinterlassen farbige Spuren im Bild und schaffen komplexe Bezüge. Regisseurin Maja Nagel weiß, wie sie den inhaltlichen Spannungsbogen aus Chaos, Struktur und Ordnung, begleitet von anregender Klaviermusik, zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen kann. Ein höchst intelligenter Kurzfilmreigen mit viel Gestaltungs- und Mitteilungswillen, der breite Assoziationen vom Schöpfungsmythos über das Verhältnis vom Einzelnen zur Masse ermöglicht.

Masel Tov Cocktail

Regie: Arkadij Khaet, Mickey Paatzsch | 31 min | Spielfilm | Deutschland 2020

Zutaten: 1 Jude, 12 Deutsche, 5 cl Erinnerungskultur, 3 cl Stereotype, 2 TL Patriotismus, 1 TL Israel, 1 Falafel, 5 Stolpersteine, einen Spritzer Antisemitismus Zubereitung: Alle Zutaten in einen Film geben, aufkochen lassen und kräftig schütteln. Im Anschluss mit Klezmer-Musik garnieren. Verzehr: Vor dem Verzehr anzünden und im Kino genießen. 100% Koscher.

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Projektleiter SAVE (SLUB Dresden)

Mirjam Mager

Mitgliederbetreuung und Netzwerkarbeit

Matthias Ditscherlein

Sonderveranstaltungen & Workshops film.land.sachsen

studierte Fernsehproduktion in Leipzig und war zeitgleich Redakteur beim Vogtland Regional Fernsehen. Seit 2011 ist er als freiberuflicher Filmemacher und Dozent selbstständig tätig. Als Regisseur und Produzent ist er an Dokumentarfilmen im In- und Ausland beteiligt. 2018 gründete er den Insel-Kino e.V., der sich im Bereich Kino-, Filmbildung und Veranstaltungsorganisation engagiert. Nach Leipzig und Dresden lebt er seit 2019 wieder im Vogtland. Für das Projekt film.land.sachsen ist er seit 2020 verantwortlich für Workshops und Sonderveranstaltungen.

Roberto Krebs

Presse & Öffentlichkeitsarbeit (Elternzeitvertretung)

studierter Kommunikationswissenschaftler und geprüfter Kulturmanager. Er war Social-Media-Manager u.a. bei der CYNETART und dem DAVE Festival und Projektleiter für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit im »House of Resources Dresden«. In den vergangenen Jahren produzierte er die Trailer für das DAVE Festival sowie zuletzt die Kurzdokumentation »going in circles«.

Nora Fleischer

Redaktion AUSLÖSER & Koordination film.land.sachsen (Büro Leipzig)

absolvierte ihr Studium der Kommunikationswissenschaft, Politik- und Rechtswissenschaft in Dresden und Paris. Währenddessen und danach unternahm sie regelmäßige, berufliche Ausflüge ins Eventmanagement und private ins Kino. Als Regie- und Produktionsassistentin leistete sie ihren Beitrag in der Leipziger Off-Theater-Szene und bei mitteldeutschen Filmproduktionen. Sie war selbständige Werbetexterin und stand fünf Jahre im Dienste des Kurzfilms als Film- und Programmkoordinatorin beim „Kurzsuechtig – Mitteldeutsches Kurzfilmfestival“ in Leipzig.

Philipp Demankowski

Koordination film.land.sachsen

ist studierter Kommunikationswissenschaftler und praktizierender Teilzeit-Journalist. Außerdem ist er unter anderem für Kulturveranstaltungen wie die CYNETART oder das Medienfestival in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Auch im Umweltzentrum Dresden betreut er in verschiedenen Projekten die Öffentlichkeitsarbeit, so etwa für das EUROPE DIRECT Dresden.

 

 

Darüber hinaus ist Philipp Mitbegründer des Musiklabels Uncanny Valley und integraler Bestandteil der Dresdner Clubkultur. Bei DAVE, dem Festival für Clubkultur, kuratiert er das Musikfilmprogramm „Music in Motion“.  Daneben macht er seit Jahren unprofessionell, aber mit Leidenschaft, Radio.

Daphna Dreifuss

Presse & Öffentlichkeitsarbeit (Büro Leipzig) 

studierte Medienkultur, Medienwissenschaften und Near and Middle Eastern Studies in Weimar, Basel, Tel Aviv und London. Im Fokus ihrer Arbeit standen dabei die Rolle des Kinos bei der medialen Darstellung von Geflüchteten, sowie die filmische Auseinandersetzung mit intergenerationellem Trauma und kollektiver Erinnerung im Kontext des Israelisch-Palästinensischen Konflikts.
Nach ihrem Studium war sie u.a. für UFA Fiction in der Pressestelle sowie bei DOK Leipzig im Marketing tätig.

Sophie Quadt

Geschäftsleitung

studierte Politik- und Kulturwissenschaften an der TU Dresden und war viele Jahre in der politischen Bildung im Bereich Europa und Internationales tätig, u.a. als Referentin bei der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in Dresden und als Projektleiterin am Europa-Haus in Leipzig.