Synopsis
»Sedimente« folgt den Spuren einer Familie und legt die Verflechtungen zweier Diktaturen Schicht für Schicht frei. Durch die Gespräche der Filmemacherin mit ihrem Großvater reisen wir durch verschiedene Epochen der deutschen Geschichte – den Nationalsozialismus, die DDR und die Zeit nach der Wiedervereinigung. Ein Film über Erinnerung und persönliche Verantwortung in Zeiten der Diktatur.
Übersicht
Lizenzkosten für eine Vorführung: 95 € zzgl. 5 € Versand (bei Bedarf).
Worum geht es?
Als sie heirateten, schworen Günther und Renate Gerber zugleich dem kommunistischen Regime der DDR die Treue – bis der Fall der Berliner Mauer ihre Enkelin Laura Coppens mit einem Schlag in eine andere Welt katapultierte: die der Marktdemokratie. Um ihre Kindheitserinnerungen an die DDR – Erinnerungen, die durch die Wiedervereinigung mit ihrem westlichen Zwilling allmählich aus dem kollektiven Bewusstsein verschwanden – zu ordnen, wandte sich Coppens an ihren Großvater, dessen eigenes Gedächtnis bereits zu verblassen begann, und bat ihn, seinen Weg durch zwei Diktaturen zu schildern: zuerst die nationalsozialistische, dann die kommunistische.
»Sedimente«, strukturiert um Auszüge aus Christa Wolfs Kindheitsmuster und verwoben mit Archivmaterial sowie Fragmenten aus Filmen (Heise, Buyens und andere), rückt Günthers Biografie ins Zentrum. Unter den enthüllten Aspekten entdecken wir seine Zusammenarbeit mit der Stasi, für die er als Gynäkologe »psychologische Gutachten« über seine Kolleginnen und Kollegen verfasste.
Wie eine Archäologin legt Coppens historische Schichten ohne Urteil frei und macht sie durch einen tiefen generationenübergreifenden Dialog sichtbar und erfahrbar – einen Dialog, der umso wichtiger scheint angesichts der Wiederkehr verdrängter totalitärer Tendenzen, die die deutsche Gesellschaft erneut beunruhigen.
Filmdaten
Dokumentarfilm, 81 Minuten
Deutschland 2025
Sprache: Deutsch
FSK: k.A.
Stab, Besetzung & Produktion
Buch & Regie: Laura Coppens
Bildgestaltung:
Pierre Reischer, Laura Coppens
Schnitt: Laura Coppens, Kathrin Schmid
Sound Design: Azadeh Zandieh