Die Auszeichnung für die Beste Hauptrolle auf der Berlinale, der Silberne Bär, ging in diesem Jahr an Sandra Hüller für ihre Darstellung in »Rose«. In dem Film spielt die Wahlleipzigerin eine als Mann verkleidete Soldatin, die nach dem Dreißigjährigen Krieg damit zu kämpfen hat, ihre falsche Identität aufrechtzuerhalten. Für Sandra Hüller ist es die zweite Auszeichnung auf der Berlinale, nachdem sie 2006 für ihre Rolle in »Requiem« ausgezeichnet wurde. Die Regie bei »Rose« führte Markus Schleinzer, der im vergangenen Dezember den Bildgespräche-Workshop des Filmverband Sachsen leitete.

Das in einem atmosphärischen Schwarz-Weiß gefilmte Historiendrama entwickelte sich nach seiner Premiere schnell zu einem der Gewinner bei Kritik und Publikum. Schleinzers Vision verhandelt nicht nur historische Konflikte, sondern ist auch zeitgenössisch ein spannender Reflexionsrahmen rund um die Themen Geschichtsaufarbeitung, Geschlecht und Identität. Die Drehbuchautoren Markus Schleinzer und Alexander Brom legten besonderen Wert auf die Authentizität der Hauptfigur: Sandra Hüllers Charakter basiert auf einer Vielzahl von Berichten über als Männer verkleidete Frauen in Europa, welche sich verkleidet haben, um auch männliche Privilegien wie zum Beispiel Gutsbesitz erhalten zu können.

Die Kritiken nahmen den Film einhellig positiv auf: Im internationalen Kritikerspiegel des britischen Filmmagazins Screen International erhielt »Rose« die beste Bewertung aller Wettbewerbsfilme auf der Berlinale. Oscar-Experte Cole Jaeger nannte den Film einen Anwärter auf Oscar-Nominierungen für Beste Hauptdarstellerin, Bester Internationaler Film und Bestes Make-up für die Preisverleihung 2027.

Möglich gemacht hat Rose auch die Leipziger Produktionsfirma ROW Pictures, ein langjähriges Mitglied im Filmverband Sachsen. Seit 2016 produziert das von Karsten Stöter gegründete Unternehmen Filme, die sowohl lokale als auch internationale Themen verhandeln. Zuletzt konnte ROW Pictures mit der Nachwendekomödie »Zwei Zu Eins« einen Publikumserfolg einfahren – wiederum mit Sandra Hüller in einer tragenden Rolle.

Auch vor der Kamera gibt es eine starke sächsische Präsenz: Neben Sandra Hüller sind die Dresdnerinnen Maria Dragus und Annika Molke in Nebenrollen zu sehen.

Mit »Rose« zeigt sich nun erneut, wie stark sächsische Filmschaffende die internationale Kinolandschaft mitgestalten können, auch dank der Unterstützung der Mitteldeutschen Medienförderung, welche das Projekt mit 700.000 Euro unterstützt. Der deutsche Kinostart lässt auch nicht mehr allzu lange auf sich warten: Ab dem 30. April läuft der Film in den deutschen Kinos an – und kann dort seine Erfolgsgeschichte fortschreiben.