Mit großer Sorge um die Zukunft des Film- und Medienstandorts Sachsen nimmt der Filmverband Sachsen e.V. die jüngsten Einsparungsentscheidungen des Mitteldeutschen Rundfunks zur Kenntnis. In der vergangenen Woche hat die Leitung des MDR bekannt gegeben, dass der Sender in den kommenden drei Jahren keine neuen Folgen der Reihen »Tatort« aus Dresden und »Polizeiruf« aus Magdeburg produzieren lassen will. Damit werden der sächsischen und mitteldeutschen Filmproduktionsbranche nicht nur ein mehrere Millionen Euro großes Auftragsvolumen, zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten für Filmschaffende und in Folge dauerhaft Fachkräfte verloren gehen. Auch die Möglichkeiten, ostdeutsche Themen und Perspektiven sowohl einem einheimischen als auch einem gesamtdeutschen Publikum zugänglich zu machen, werden sich erheblich reduzieren.

»Wir befürchten, dass damit nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht großer Schaden entsteht. Wir sehen unsere gemeinsamen Bemühungen um eine Stärkung und Entwicklung des Standorts sehr zurückgeworfen«, so der 1. Vorsitzende des Filmverband Sachsen e.V., Joachim Günther. Seit langem setzt sich der Filmverband Sachsen auch dafür ein, dass ostdeutsche Stimmen und Lebensrealitäten stärker Eingang in die gesamtdeutsche Medienwelt, insbesondere im Bereich von Film und TV finden. Neben dem befristeten Beauftragungsstopp für die Krimi-Formate will der MDR auch das ARD-Mittagsmagazin nach nur drei Jahren wieder an eine andere ARD-Anstalt abgeben und weitere kleinere Formate einstellen.

Der Filmverband Sachsen fordert erneut, dass Einsparungen beim Mitteldeutschen Rundfunk und den anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht überwiegend zulasten des Programms und der kreativen Wertschöpfung erfolgen. Joachim Günther: »Wir halten es für unabdingbar, dass Sparpotentiale viel stärker in den organisatorischen und baulichen Strukturen der Sender, sowie in Bereichen gesucht werden, die nicht zwingend zur Erfüllung programmlicher Anforderungen erforderlich sind.«

In diesem Sinne appelliert der Filmverband Sachsen an die Leitung des MDR, die Entscheidungen zulasten der hiesigen Filmbranche zu überdenken und in enger Zusammenarbeit mit der Branche konstruktive Lösungen zu finden. Zugleich fordert er die Politik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf, dem MDR größere Entscheidungsfreiheiten hinsichtlich effektiverer Strukturen zu ermöglichen und sich weiter gemeinsam für eine Stabilisierung und Stärkung des Standorts einzusetzen.