Filme erzählen Geschichten. Sie zeigen Menschen, Lebenswelten und gesellschaftliche Wirklichkeit. Sie prägen zugleich unsere Vorstellungen davon, wer gesehen wird, wie jemand gesehen wird und aus welcher Perspektive Geschichten erzählt werden. Allerdings sind Bilder nicht neutral. Denn wer hinter der Kamera steht, entscheidet darüber, was wir sehen, welche Geschichten erzählt werden, welche Perspektiven Raum bekommen und auch darüber, wie Menschen dargestellt und wahrgenommen werden.
Unser Werkstattgespräch nimmt deshalb nicht nur Filme und Bilder in den Blick, sondern auch die Bedingungen ihres Entstehens: Wer erzählt wessen Geschichte? Aus welcher Perspektive wird erzählt? Welche Bilder und Zuschreibungen wiederholen sich? Wer wird sichtbar und wer bleibt außen vor?
Gemeinsam mit der Autorin und Expertin für Rassismuskritik Tupoka Ogette wollen wir darüber sprechen, was eine rassismuskritische Perspektive für die Arbeit mit Film bedeuten kann. Dabei geht es ebenso um die eigene Wahrnehmung wie um konkrete Fragen filmischer Praxis: um Perspektiven, Sprache, Bildauswahl, Rollenverteilungen und darum, welche Vorstellungen von Gesellschaft durch Bilder entstehen oder weitergetragen werden.
Der Werkstattcharakter steht dabei im Mittelpunkt. Die Veranstaltung lädt dazu ein, Fragen zu stellen, eigene Sichtweisen zu prüfen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie Filmarbeit bewusster und vielfältiger gestaltet werden kann.
Moderiert wird das Werkstattgespräch von Dennis Chiponda.
Der Abend richtet sich an Menschen aus Film, Kultur, Schule, sozialer Arbeit, politischer Bildung, Medien- und Erwachsenenbildung sowie Politik und Verwaltung – und an alle Interessierten. Gemeinsam mit Tupoka Ogette fragen wir, wessen Geschichten in Film und Medien sichtbar werden, welche Perspektiven fehlen und wie rassismuskritische Ansätze die eigene Praxis bereichern können.
Der Eintritt ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Filmverbands Sachsen e.V., des Objektiv e.V. und der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.
Zur Referentin

Tupoka Ogette wurde 1980 in Leipzig als Tochter eines tansanischen
Studenten der Landwirtschaft und einer deutschen Mathematikstudentin
geboren. Kurz vor der Wende wanderte ihre Mutter mit ihr nach Westberlin
aus, wo Ogette bis zu ihrem Abitur lebte. Sie hat einen Magister in
Afrikanistik und Deutsch als Fremdsprache von der Universität Leipzig und
einen Master in International Business von der Graduate School of Grenoble.
Seit 2012 ist Tupoka Ogette bundesweit als Beraterin und Trainerin im Bereich Rassismuskritik tätig. In dieser Funktion leitet sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz Workshops und Fortbildungen, tritt als Speakerin auf, berät Teams und Organisationen. Ihr im März 2017 erschienenes Handbuch »exit RACISM. Rassismuskritisch denken lernen« ist ein SPIEGEL-Bestseller. Im Jahr 2019 wurde Ogette vom Magazin Edition F als eine der 25
einflussreichsten Frauen des Jahres ausgezeichnet. SPIEGEL Online nahm sie als eine von zehn Frauen in den Bildungskanon zum Thema Theorie und Politik auf. 2021 wurde sie von About You zum »Idol of The Year« gewählt. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Künstler und Bildhauer Stephen Lawson, und ihren Kindern in Berlin. Bei Penguin erschienen ihre Bücher »Und jetzt du.
Rassismuskritisch leben« und »Tag für Tag aktiv gegen Rassismus«.